Seefahrtsbier

Seefahrtsbier ist ein nichtalkoholisches Getränk, das heutzutage nur noch in der Hansestadt Bremen an jedem zweiten Freitag im Februar ausgeschenkt wird, einst jedoch ein heilsames Mittel für Seefahrer darstellte. Entstanden ist das Seefahrtsbier im 15. Jahrhundert, wobei es damals den Namen Mumme trug. Diese Bezeichnung rührt vom Erfinder des Getränks her, dem Braumeister Christian Mumme, der das Bier 1492 erstmals herstellte. Der Geschichte nach konnte die Qualität der Mumme dadurch getestet werden, indem man sie auf eine Bank goss. Der Grad der Klebrigkeit entschied über die qualitative Zusammensetzung. Umso klebriger das Bier war, desto sicherer waren sich die Seeleute, dass es sich um eine gute Qualität handelt. Es stellt eine Mischung aus ober- und untergärigen Bierelementen mit einer minimalen, exotischen Abweichung dar.

Seefahrtsbier als Heilmittel

Das Seefahrtsbier wurde früher gegen alle möglichen Krankheiten angewendet, allen voran Skorbut. Dies liegt auch an der Zusammensetzung des Getränkes, welche ausgesprochen nahrhaft ist. Das liegt vor allem am Hauptinhaltsstoff Malz. Es gilt daher heute noch bei Menschen, die gerne Malzbier trinken, jedoch Alkohol vermeiden, als sehr populär. Viele Jahre lang wurde auch schwangeren Frauen empfohlen, Seefahrtsbier zu trinken.

Wo wird es gebraut?

Gebraut wird das Bier heutzutage nur noch von der Brauerei Beck im Bremer Ratskeller. Früher gab es allerdings zwei verschiedene Arten des Mummenbieres - die einfache Stadtmumme und die doppelte Mumme. Erstere wurde von der gleichnamige Braunschweiger Bierbrauerei hergestellt, die heutzutage allerdings mehr auf andere gastronomische Spezialitäten ausgerichtet ist.

Wozu trinkt man das Seefahrtsbier?

Traditionell wird heutzutage das Seefahrtsbier in Bremen zur Schaffermahlzeit gereicht. Dieses, als ältestes, noch bestehendes Brüdermahl geltendes Festessen besteht aus Bremer Braunkohl mit Pinkel, dem Nationalgericht der Hansestadt, welches ein deftiges Grünkohlgericht darstellt. Doch auch Stockfisch gilt als ausgesprochen beliebte Speise, die zum Bier gereicht wird. Früher wie heute sind zudem Tabak und eine Tasse Mokka zum Abschluss des Mahles wichtige Nebenbestandteile. Nicht selten reichen die Organisatoren der Schaffermahlzeit auch alkoholische Getränke wie Bordeauxwein zum rund fünfstündigen Festessen.