Rauchbier

Rauchbiere zeichnen sich durch eine mehr oder weniger intensive rauchige Geschmacksnote aus, die für den die heute üblichen Biersorten trinkenden Verbraucher sehr gewöhnungsbedürftig ist. Der rauchige Geschmack dieser Biere entsteht durch das Darren (Trocknen) des Malzes im Rauch des brennenden Holzes oder Torfes und erinnert an geräucherten Schinken und/oder ein Barbecue.

Im Zuge des Herstellungsprozesses muss die Gerste erst zum Keimen gebracht werden. Die Keimung muss dann allerdings rechtzeitig durch das Trocknen unterbrochen werden, die gekeimte Gerste nennt man dann Malz. Da die Trocknung des Malzes über offenem Feuer früher die übliche und im hiesigen Klima häufig auch einzige Methode war, wurden Rauchbiere sehr viel häufiger getrunken als heute. Erst während der Industrialisierung konnten mit Umstellung auf andere Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas große Mengen Malz geschmacksneutral getrocknet werden, so dass Rauchbier heute eine seltene Spezialität darstellt. Dabei können sowohl ober- als auch untergärige Biere Rauchbiere sein, da das Räuchern des Malzes keinen Einfluss auf die Wahl des späteren Gärungsprozesses hat.

Rauchbier hat einen sehr intensiven Eigengeschmack und passt deshalb nur zu Speisen, die ebenfalls intensiv schmecken, da feine Geschmacksnuancen leicht untergehen. Man kann es daher gut zum gebratenen oder gegrillten Fleisch trinken. Auch zu Käse mit intensivem Geschmack ist Rauchbier ein guter Begleiter. Und natürlich eignen sich alle geräucherten Speisen hervorragend dazu, zum Rauchbier verspeist zu werden.
Die Hochburg für Rauchbier findet sich in und um Bamberg in Franken, einer Gegend, die durch viele kleine und größere Brauereien geprägt wird. Hier finden sich Brauereien, die seit ihrer Gründung durchgängig Rauchbier produzieren. In den letzten Jahrzehnten haben im Zuge der zunehmenden Ausdifferenzierung des Biermarktes auch einige weitere Brauereien wieder begonnen, Rauchbiere herzustellen. Neben normalem Rauchbier wird jetzt auch Rauchweizen und Rauchbock angeboten. Weltweit finden sich weitere Brauereien in den USA, Argentinien und Japan, die Rauchbiere für lokale Märkte herstellen. Auch in Schottland werden jedes Jahr große Mengen an Rauchbier produziert. Allerdings wird ein Großteil nicht getrunken, sondern weiterverarbeitet. In zwei Destillationsschritten produzieren Schotten aus Rauchbier ihr Wasser des Lebens, den Whisky.