Pilsener

Bitte ein Pils. So lautet häufig die Order in deutschen Gaststätten. Etwa zwei Drittel des deutschen Bierausstoßes werden als Biersorte Pils gebraut. Der aus dem niederbayerischen Vilshofen ausgewanderte Bierbrauer Josef Groll braute im böhmischen Pilsen im Oktober 1842 den ersten Sudkessel Bier von heller Farbe und einer besonderen Note an Hopfen, der heute für den Sortenbegriff Pilsener oder kurz Pils steht.

Helles Malz und Saazer Hopfen

Seine Premiere im Ausschank feierte das Pils erstmalig am 11. November 1842. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in Pilsen ausschließlich obergärig gebraut, nämlich das sogenannte Oberhefenbier. Beim untergärig gebrauten Pilsener des Josef Groll, dass die Pilsener Bürger als bayerisches Bier bezeichneten, handelte es sich um eine echte Innovation. Die neue Biersorte trat ihren Siegeszug zunächst in der Stadt Pilsen an. Man engagierte einen bayerischen Braumeister, baute ein neues Sudhaus und stellte die Bierproduktion auf Untergärung "nach bayerischer Art" um. Groll verfeinerte seine Rezeptur. Anstelle des damals gebräuchlichen dunklen Malzes verwendete Groll für seine neue Biersorte ein sehr Helles, und er reicherte den Sud mit einer großzügigen Gabe an Saazer Aromahopfen an. In Deutschland kommt der Hopfen zumeist aus der Hallertau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt. Eine langsame, sehr kalte Gärung sowie die daran anschließende lange Lagerung in Höhlen und tiefen Kellern gehörten mit zur Rezeptur. Die typische Geschmacksnote und die Farbe des Pils war somit definiert. Der Aromahopfen.

Gut gezapft in 2-3 Minuten

Vorbei die Zeiten von der Tresen-Legende des 7-Minuten-Pils. Ein Glas Pils wird in zwei bis drei Minuten gezapft. So eingeschenkt prickelt es auch nach 10-15 Minuten noch auf der Zunge. Neben der Kunst des richtigen Zapfens fordert das Pils ein geeignets Glas, um sein feines Hopfenaroma voll entfalten und die für ein Pils typische, schöne Schaumkrone bilden zu können. Beim Einschenken wird das Glas schräg gehalten und zunächst etwa halb gefüllt. So bleibt es für eine Minute stehen. Dann wird nachgeschenkt und dem Pils seine Schaumkrone aufgesetzt. Das Pils zählt zum Typ "Vollbier", d. h. sein Stammwürzegehalt bewegt sich in einer Skala von 11 bis unter 16 %. Der Alkoholgehalt liegt bei 5 %. Wohl bekomm´s.