Mumme

Dass die meisten Männer Bier mögen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch Bier ist nicht gleich Bier. Wird einem minderwertiger Gerstensaft vorgesetzt, kann sich das schon einmal negativ auf freundschaftliche Beziehungen auswirken. Mit „Mumme“, so die allgemeine Bezeichnung des bekanntesten Braunschweiger Bieres, wird das jedoch nicht so schnell geschehen.

Mumme – Ein Bier mit Geschichte

Um wichtige Dinge und Ereignisse ranken sich auch Geschichten und Legenden, deren Wahrheitsgehalt nicht immer zu 100% nachvollziehbar ist. Mit „Mumme“ verhält sich das nicht anders. Die Legende besagt, dass der Braunschweiger Bürger Christian Mumme im 15. Jahrhundert das Bier erfunden hat, daher auch der Name. Mumme war Bierbrauer in Braunschweig und soll entweder 1492 oder 1498 die Rezeptur mit besonderen Gewürzen weiter verfeinert haben. Das hat dazu geführt, dass das Bier den Einen oder Anderen wortwörtlich umgehauen hat. Die Geschichte von Christian Mumme hielt sich viele Jahrhunderte, konnte jedoch im Jahre 1911 von dem Historiker Heinrich Mack widerlegt werden.

Eine einmalige Zusammensetzung

„Mumme“ ist ein obergäriges Bier, daher erklärt sich auch die dunkelbraune Färbung. Es verfügt über einen sehr hohen Malzgehalt und ist bekannt für seinen äußerst süßen Geschmack. Indirekt war es gerade der Geschmack, der „Mumme“ auf der ganzen Welt bekannt machte. Durch den hohen Zuckergehalt nämlich wurde eine Haltbarkeit erlangt, wie man es zur damaligen Zeit nicht kannte. So fand „Mumme“ Verbreitung bis nach Indien, war der Exportschlagers des späten Mittelalters. „Mumme“ gilt als Urahn des Malzbieres.

Mumme heute

Als andere Möglichkeiten zur Konservierung gefunden wurden, verlor „Mumme“ seine Vormachtstellung. Das kam unter anderem auch dadurch zu Stande, da der Geschmack sehr speziell ist, welchen die Biertrinker in der Form nicht (mehr) gewohnt sind. Dennoch erlebt „Mumme“ im Raum Braunschweig derzeit eine kleine Renaissance, kann mitunter auch wieder in einigen Restaurants bestellt werden. Pur wird „Mumme“ nur noch selten getrunken, zumeist wird es mit einem Schuss Pils gemischt. Es hat seinen Weg jedoch auch in viele Kochbücher gefunden, heutzutage verfeinert Mumme Soßen und wird als Zutat auch zum Backen verwendet.