Kölsch

Kölsch ist in seinem Herkunftsland, Nordrhein-Westfalen, eines der beliebtesten Biere. Mit 9% Marktanteil rangiert es unmittelbar hinter dem Pils. Das Kölner Traditionsgetränk ist ein Nachfolger des Wieß. Im Gegensatz zum Kölsch, wurde und wird das Wieß ungefiltert ausgeschenkt. Durch die neuen technologischen Errungenschaften der Industrialisierung, wurde die Filtration erst möglich, und das Kölsch startete seinen Siegeszug. Die Kölner Wieß feierte in der letzten Zeit aber ebenfalls ein kleines Comeback, konnte sich aber nicht mehr gegen seinen erfolgreichen Nachfolger durchsetzen.

Wie ist das Kölsch entstanden?

Die Entstehung des Kölschs geht in das Jahr 1906 zurück, als die Brauerei Sünner das helle, obergärige Bier entwickelte. Ab 1918 wurde es mit dem Namen "Kölsch" beworben. Die Brauerei setzte damit auf die Tradition der Domstadt, in der bereits im 19. Jahrhundert von den ortansässigen Herstellern größtenteils obergäriges Bier hergestellt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Kölsch-Produktion nur noch eingeschränkt möglich, rappelte sich aber schnell wieder auf. Bis auf zwei Brauereien lag die Produktion zwar am Boden, hatte sich aber in den sechziger Jahren vollkommen erholt. Am 25. Juni 1985 wurde die so genannte Kölsch-Konvention veröffentlicht.

Seit jenem Jahr ist der Begriff "Kölsch" gesichert und dieses spezielle Bier darf nur in der Stadt Köln und deren Umkreis hergestellt werden. 24 Brauereien des Kölner Brauereiverbands unterzeichneten die Konvention, die auch das Bundeskartellamt schließlich am 29. Januar 1996 für verbindlich erklärte.

Was macht eigentlich der Köbes?

Mit den Jahrzehnten entwickelte sich rund um das Kölsch eine ganz eigene Trinkkultur. In den Traditionsgaststätten serviert der Köbes mit seiner typischen Arbeitskleidung, die meist aus weißem Hemd, schwarzer Krawatte, blauer Leinenschürze, blauem Strickwams und einer umgeschnallten Geldlederbörse besteht, das Kölsch in einer "Stange". Dieses dünnwandige Glas fasst 0,2 Liter und hat eine zylindrische Form. In modernen Gaststätten wird das Kölsch, entgegen der Konvention, teilweise auch in Gläsern ausgeschenkt, die einen halben Liter fassen. Die Stangen werden in einem Kranz serviert. Hier finden bis zu 18 Stangen Kölsch Platz. An zwei Tragegriffen wird das Bier zu den Tischen der Gäste gebracht.

Wie siehts aus und was ist drin?


© Stephan Hahnel / PIXELIO

Kölsch ist in Deutschland das einzige Bier, das mehr als zur Hälfte innerhalb von Gaststätten ausgeschenkt wird und damit fest zum Kölner Gastronomieleben gehört. Das Kölsch ist ein goldenes, durch die Filtration sehr klares, untrübes Vollbier. Vollbier zeichnet sich durch eine Stammwürze von 11-15,9% aus. Diese setzt sich größtenteils aus Malzzucker, Aromastoffen, Vitaminen und Eiweiß zusammen. Mit durchschnittlich 11,3% weist Kölsch für ein Vollbier einen relativ geringen Anteil an Stammwürze auf. Durch die Verwendung von obergäriger Hefe benötigt das Bier für den Gärungsprozess eine Temperatur von 15-20 Grad Celsius. Aufgrund dieser relativ hohen Temperaturen ist das Bier wesentlich anfälliger für Bakterien.

Die Gärung verläuft dafür allerdings auch wesentlich schneller als beim Brauen mit untergäriger Hefe. Kölsch ist außerdem eng verwandt mit dem Altbier, von dem es sich unter anderem durch die viel dunklere Farbe, bedingt durch die Verwendung von Darrmalz, unterscheidet. Kölsch hat einen Alkoholgehalt von etwa 4,8%. Vielleicht genau aus diesem Grund füllt der Köbes im Brauhaus auch automatisch die leere Stange seines Gastes auf, sofern er nicht mit einem Bierdeckel auf dem Glas signalisiert, dass gerade kein erneuter Bedarf besteht.

Wie schmeckt das Kölsch denn nun am besten?

Das Kölsch zeichnet sich durch seinen feinherben und leicht bitteren Geschmack aus. Idealerweise wird es mit einer Temperatur zwischen acht und zehn Grad Celsius serviert, wodurch es seinen Geschmack erst voll entfalten kann. Auch durch seinen relativ niedrigen Alkoholgehalt, ist Kölsch ein sehr erfrischendes Getränk. Besonders gut passt das Bier selbstverständlich zur typisch Kölschen Küche und zu vielen deftigen Mahlzeiten. Die in Köln beliebten Rievkooche, grobe Reibekuchen, werden beispielsweise sehr gerne mit Kölsch serviert. Ebenfalls vegetarisch werden oftmals auch belegte Käsebrötchen oder Kartoffelsalat gereicht. In den Brauhäusern werden außerdem häufig Fleischgerichte zubereitet, die besonders gut zum Kölschen Vollbier passen. Dazu gehören insbesondere Schabefleisch, Eisbein, Blutwurst, Hachse oder Krüstchen.