Dinkelbier

Das Dinkelbier ist eine sogenannte obergärige Biersorte, ähnlich wie das Weizenbier. Der Alkoholgehalt von Dinkelbier liegt bei etwa 4,5 %.

Bereits 3.000 v. Chr. wurde der Dinkel auf dem deutschen Boden angebaut. Nach und nach setzte sich jedoch der Weizen aufgrund der höheren Erträge gegenüber dem Dinkel durch, so dass dieser immer mehr aus der Landwirtschaft gedrängt wurde und schließlich im Dritten Reich sogar vollständig verboten wurde. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde Dinkel von den Landwirten wiederentdeckt und wird auch wieder zur Herstellung von Bieren genutzt.

Da der Dinkel als eine Art Vorgänger des heutigen Weizens angesehen wird, wird er bei der Brautechnik ähnlich behandelt. Dabei gilt auch für die Herstellung des Dinkelbiers das Reinheitsgebot von 1516. Es handelt sich dabei um ein aus Dinkelmalz und einem Malzanteil Gerste gebrautes Bier, dass auch in der Heilkunde der Hildegard von Bingen aus dem 11. Jahrhundert anerkannt ist.

Vor dem Brauvorgang muss zunächst der Spelzen vom Korn getrennt werden. Anschließend wird der Dinkel, wie bereits erwähnt, auf eine ähnliche Weise wie Weizen vermälzt. Zu beachten ist dabei der relativ hohe Eiweißgehalt des Dinkels mit circa 17 %. Anschließend wird der Zucker zu Alkohol mit der obergärigen Hefe vergärt. Der Name stammt daher, dass diese Hefe Kolonien bildet, so dass sie nach der Fermentation als Geest auf der oberen Fläche des Jungbiers schwimmt. Da diese Form der Hefe höhere Umgebungstemperaturen als die untergärige Hefe benötigt, war die Herstellung dieser Biersorten bereits möglich, als es noch keine modernen Kühlsysteme gab.

Das Dinkelbier als süddeutsche Spezialität wird jedoch nur von äußerst wenigen Brauereien gebraut. Diese sind zum Beispiel die Brauerei Apostelbräu in Hauzenberg, die Brauerei Neumarkter Lammsbräu aus der Oberpfalz oder die Distelhäuser Brauerei, die ihren Sitz in Nordbaden hat. Daneben braut die Brauerei Unertel aus dem Ort Mühldorf ein Dinkel-Weißbier.

Vom Geschmack reiht sich das Dinkelbier in die verschiedenen Richtungen der Weizenbiere ein und wird von den Bierkennern aufgrund seines besonderen, abgerundeten Geschmackes sehr geschätzt. Am besten verzehrt man Dinkelbier gut gekühlt.